DIE PAWLOWSKIS forte - Das Göttinger Generationen-Kabarett

Northeimer Neueste Nachrichten 16.02.2011

Göttinger Generationen-Kabarett präsentiert in Moringen beste Unterhaltung

Elfi orakelt Zukunft der Nation

Moringen.
Gesundheitsreform, Harz IV oder Atommüll: das Orakel von Elfi hat auf jede Frage eine Antwort. Hartnäckig bohrten “Die Pawlowskis forte” in der Moringer Stadthalle mit dem Finger in politischen Wunden aller Art und sorgten mit Wortwitz dafür, dass die Zuhörer auch über eine rabenschwarz gemalte Zukunft lauthals lachten.

Wenig rosig sieht das Göttinger Generationen-Kabarett die Zukunft der Rentner: Känftig gibt es von der Krankenkasse ausser Blumen zum 80. Geburtstag die fristlose Kündigung. Damit die Rentner überhaupt noch nützlich sind, werden von jedem ab 80 Jahren aufwärts eine Luxussteuer sowie ein vorgeschriebener Extra-Konsum von 200 Euro im Monat fällig.

Derweil geht es mit der Gesundheitsreform voran, offenbart Elfis Orakel. “Wir operieren jetzt zu Haus”, trällern Klaus und Peter Pawlowski und machen sich in Gummihandschuhen am heimischen Küchentisch ans Werk, um Onkels Knie auseinander zu nehmen. Getreu dem Motto: “Frau Merkel meint, das zahlt sich aus und führt uns aus der Krise raus”.

Im Laufe des Abends musste die Kanzlerin noch häufiger als Stein des Anstosses herhalten. A propos Atommüll. Von den Bossen der grossen Energieversorger lernt Merkel, wie sich Brennstäbe entsorgen lassen: Man brennt sie wie eine Wunderkerze ab und verbuddelt den Rest unterm Apfelbaum.

Nichts hören, nichts sehen

Auch die Zukunft von Verteidigungsminister Guttenberg zeigt sich beim Blick in die Zauberkugel: Er handelt weiter nach dem Prinzip: Nichts hören, nichts sehen, aber eindrucksvoll sprechen. Und was wird aus Guido Westerwelle? “Er zieht sich aus der Politik zurück und präsentiert an der chinesischen Mauer die neue Seidensticker-Kollektion”

Mal witzig, mal bitterbös nahmen die drei Göttinger die bundesdeutsche Politik aufs Korn. Dabei schien das politische Kabarett angesichts der allgegenwärtigen Klamauk-Comedy-Modewelle, die durch fast alle Fernsehkanäle geistert, beinahe schon vergessen. Doch den Zuschauern in der zu zwei Dritteln besetzten Stadthalle gefiel die Abwechslung. Sie bedankten sich mit viel Applaus für einen Abend bester Unterhaltung. (zsh)

Verheissungen und Weissagungen: Vom Blumenstand am Reichstag aus beurteilen (von links) Peter Pawlowski, Uschi Siemon und Klaus Pawlowski die Lage der Nation. Foto: Schmidt-Hagemeyer/zsh